Zwei nachtlose Wochen in Norwegen

Fast ein ganzes Jahr haben wir dieser Reise entgegengefiebert und uns gleichzeitig ein bissl gefürchtet. Jetzt ist es vorbei. Als Highlight und Abschluss unserer RaRo-Zeit, verbrachten wir unser Sommerlager heuer in Norwegen.

Zum ersten mal ohne Leiter, erfolgte die Organisation und Planung der Reise und ihrer Finanzierung auf eigene Faust, allerdings mit großer Unterstützung der Gruppe, der Pfarre Weidling, des Lion-Clubs Klosterneuburg, der Gilde Slatin-Pascha und der Gemeinde. Nochmal ein riesen Dankeschön dafür! Beim Programm und dem Alltag vor Ort waren wir allerdings auf uns allein gestellt, was größtenteils wirklich sehr gut funktionierte und nur zu ein paar verspäteten Mahlzeiten führte.

Die erste Woche unseres Lagers (wir kamen am 16. Juli um 19:00 am Flughafen in Bodø an) verbrachten wir in Bodø, im Heim der dort ansässigen Pfadfinder (Speider auf Norwegisch). Zu unserer großen Freude, waren wir in dieser Zeit nicht nur wir 13 Weidlinger, sondern auch noch neun Belgier, die wir letztes Jahr in Wien kennengelernt haben. Dank des überraschend sonnigen Wetters, verbrachten wir unseren ersten gemeinsamen Tag gleich am Strand und waren sogar im eiskalten Meer schwimmen. Danach sahen wir uns die Innenstadt Bodøs an und aßen Softis.

Auch die restliche Woche verlief ähnlich entspannt, gekocht, gegessen und abgewaschen wurde gemeinsam und jeden Abend das Programm für den nächsten Tage beschlossen. So besuchten wir einmal, nach Regenwetterprogramm suchend, das Luftfahrtmuseum, wir machten drei wunderschöne Wanderungen, schwammen in drei verschiendenen Seen und bewunderten, am Lagerfeuer sitzend die Mitternachtssonne von der Bergspitze aus. Haare wurden bunt gefärbt, Kanus entführt und ganz viel Zeit damit verbracht, die hellen Nächte zu genießen und uns gegenseitig und unter großem Gelächter, aufgrund der Sprachbarriere, unsere Singspiele und andere Traditionen beizubringen. Es war gralik leiwand.

Am Freitag mussten wir uns dann leider von unserer lieben Eva, die früher nach Hause flog und den Belgiern, die sich im Van auf den Heimweg machten, trennen.
Wir fuhren, jetzt nur noch zu zwölft, per Fähre in den Norden, auf die Lofoten-Inseln.

Diese Überfahrt hat sich als aufregender herausgestellt als erwartet. Einerseits fuhren wir aufgrund eines Ausfalles drei Stunden später ab als geplant und kamen dementsprechend später an. Außerdem war der Wind und damit der Wellengang so stark, dass die riesige Fähre plötzlich ziemlich klein wirkte. Unsere Hauben festhaltend, trotzten wir am schaukligen Deck der Übelkeit und hattens recht lustig . Mit zerzausten Haaren schliefen bzw. entspannten wir dann noch ein bisschen und kauften uns Pommes. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir in Å (“O”) ziemlich spät, ziemlich k.o. aber zum Glück nicht im Dunkeln an.

Das geplante Wildcampen inkl. Abendessen verzögerte sich noch um einige Stunden, weil es gar nicht so leicht war zwischen Meer, felsigem Berg und sumpfigen Moos einen Platz zu finden. Um 1:00 bauten wir dann endlich eines von zwei Zelten auf, kochten uns schnell Pasta und schliefen dann ein paar Stunden; einige von uns in den Autos.

Die restliche Woche fiel uns das Schlafplatzfinden zum Glück leichter, was trotzdem nicht immer mehr Schlaf garantierte. Wir campten fast jede Nacht woanders, mal am Strand, mal an einem See und kämpften gegen Gelsen- und Bremsenschwärme an.

Untertags gab es viele nette Orte zu besichtigen, Berge zu besteigen und unglaubliche Ausblicke zu genießen. Wir konnten uns gar nicht sattsehen an der Landschaft.

Highlights waren sicher die Tiere die wir entdeckten, (ein Elch, Wale und Delfine), das Trockenfisch-Freilichtmuseum und die Wanderungen Peter und Hans.

Das Wetter wurde immer besser, unsere mitgebrachte Kälteausrüstung immer unnötiger, sodass wir am Ende sogar über die Hitze jammern konnten.

Nach zwei Wochen nur wir und Natur waren wir traurig wie schnell die Zeit vergangen ist und überlegten auf den Rückflug zu pfeifen und noch länger zu bleiben. So machten wir die Nacht vor der Abreise ein letztes Mal zum Tag und fuhren dann frühmorgens, müde aber glücklich zum Flughafen. Der Gedanke an eine Dusche, gutes Brot und natürlich unsere Familien hat uns dann doch zur Heimreise überzeugt.

Wir kommen einfach wieder.